Mein Leben

Ich heiße Cornelia, genannt werde ich jedoch nur Conny und bin am 10. März 1980 in Hannover geboren. Ich habe das Glück mit meiner Familie in einem Mietshaus wohnen zu können. So waren immer viele Menschen um mich rum, die ich liebte und die mich liebten. Bevor ihr hier lest möchte ich darauf hinweisen, dass viele private Dinge hier ausgelassen wurden von mir, weil sie entweder zu privat sind oder andere Menschen darin vorkommen und ich deren Privatsphäre respektiere. Ich habe sehr viel Gutes und viel Schlechtes erlebt aber ich bin glücklich und ich würde nichts an meinem Leben rückwirkend ändern wollen, denn es machte mich zu dem Menschen, der ich heute bin.

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Donnerstag, 31.03.2011
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Kindheit + Schulzeit

Im Kindergarten war ich nie. Musste ich auch nicht. Ich kann mich erinnern, dass im Haus ein Mädchen in meinem Alter wohnte, mit der ich viel Zeit verbrachte. Ich glaube sie hieß Regina, aber genau weiß ich es nicht mehr.

Als ich 1986 in die Schule kam fing das Lernen an. So richtig hab ich die Schule nur die ersten 4 Schuljahre leiden können, aber da muss nun mal jeder durch. Am Schlimmsten war es in der 1. Klasse als mein Bruder geboren wurde und mir mit seinem Geschrei den Schlaf raubte, damals teilten wir uns noch ein Zimmer.

An sich hatte ich nie Probleme Freunde zu finden. Ich bin schon immer sehr neugierig und aufgeschlossen gewesen und Kontaktschwierigkeiten kenne ich bis heute nicht.

Am Wochenende waren meine Familie und ich immer auf den Campingplatz. So kam man mal raus aus der Stadt und dort konnte man wunderbar toben. *gg*

Schon früh hat mein Vater mich mit den Computern vertraut gemacht. Erst kam der C64, dann der Amiga und mit 12 Jahren besaß ich schon meinen ersten 286. Mit der Zeit hat man den natürlich immer aufgerüstet auf 386, 486 und dann P 166. Ja die Sprünge waren gigantisch. *lach*

Nach der Grundschule kam ich in die Orientierungsstufe. Dort belegte ich die A-Kurse was bedeutete, dass man mich anschließend guten Gewissens auf das Gymnasium schicken konnte. Dort kam ich auch hin und schlug mich durchschnittlich. Nach der 11. Klasse schaffte ich die Versetzung nicht, aufgrund vieler Fehlzeiten. Ja ich gebe zu, ich hab geschwänzt zu der Zeit jedoch waren die Fehltage aufgrund Krankheit weit mehr. Aufgrund der Fehlzeiten und der meist dennoch guten Noten fing das Mobbing an. Ich konnte in der 11. eh nichts mit meiner Klasse mehr anfangen, da nur Aga und ich noch in einer Klasse waren. Der Rest war auf die Parallelklassen verteilt. Also versuchte ich auf einer anderen Schule die 11. Klasse erneut. Jedoch konnte ich nicht ahnen, was mich da erwartete. Wahrscheinlich glaubt man das kaum, aber in dieser Schule waren oft Schüler und Lehrer!!!! besoffen. In einem Fach kam der Lehrer nicht an die Schüler ran. Er konnte tun was er wollte, die spielten einfach weiter Fußball mitten im Raum. Kiffen auf dem Schulhof war auch nichts ungewöhnliches. Da die Schule wo ich vorher war sehr ordentlich und leicht streng war, kam ich mit diesem Chaos nicht zurecht.

Ich versuchte dennoch zu lernen und war an sich auch mit einem Schnitt von 2,3 gut dabei. Jedoch legte ich mich mit dem stellvertretenden Rektor an. Ich hatte ihn gleich in 2 Fächern. Er war der Typ Lehrer der sich jede Stunden einen Schüler als Opfer raussuchte um ihn vor der Klasse nieder zumachen und bloß zu stellen. Tja eines Tages war ich dran. Er beschwerte sich über meine "Sauklaue" und so könne man ja nicht lernen. Ich ließ ihn in aller Ruhe ausmeckern, griff in meine Tasche und holte das Schreibheft in welchem ich nach der Schule immer alles sauber abschrieb (so lernte ich am Besten) hervor und sagte: So und nun können Sie sich bei mir entschuldigen. Statt dieses zu tun, ging sein Gemecker dann 10 Minuten darüber, dass man doch gefälligst beim ersten Mal anständig schreiben könne…. An sich spricht die Schulverordnung davon dass man ab der 11. Klasse lernen kann wie man möchte, ebenso wird das Siezen vorgeschrieben, aber dieser Lehrer nahm das nicht so genau….. Von diesem Tag an hatte ich verloren. Er hatte in mir sein Dauer-Opfer gefunden. Meine Klassenkameraden war zu Anfang noch froh darüber, dass sie nun nicht mehr bangen mussten, wer es dieses Mal sein wird, jedoch nach 2 Wochen nahm einer den Mut zusammen aufzustehen und zu sagen: Nun machen Sie doch nicht immer Conny so fertig. Ich war meinem Klassenkameraden wirklich dankbar, jedoch tat er mir leid. Denn für diesen Satz wurde er sofort aus dem Klassenzimmer geschickt und von der Klassenfahrt ausgeschlossen. Als dann nach einem Praktikum mein Lieblingslehrer (Achtung Ironie) die Besprechung des Praktikums auch noch abends auf meinen 18. Geburtstag legte und als ich um Entschuldigung bat, da ich ja feiern wollte, und statt einer Erlaubnis nur ein: Wenn Du nicht kommst, kriegst eine 6 fürs Praktikum. erntete, beschloss ich nie wieder zur Schule zu gehen. Ich bin an meinem Geburtstag übrigens hingegangen zur Besprechung. Meine Freunde warteten bei mir zuhause und eine Freundin fuhr mich hin. Ich ging in das Lokal hinein, ging auf den Lehrer zu und sagte: "Ich war da.", drehte mich um und verließ das Lokal um zurück zu meiner Feier zu gehen. Nach dem Praktikum wurde ich erneut krank. Ich kämpfte immer mit Erkältungen, die einfach nicht weggingen, und dementsprechend auch mit Erschöpfungszuständen. Zwar hätte ich gern das Abitur gemacht, jedoch rückblickend hätte es mir eh nichts genutzt.

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Berufleben und die Liebe

Leider bekam ich nicht mehr im selben Jahr einen Ausbildungsplatz und so suchte ich mir dann mehrere Nebenjobs. Zuerst arbeitete ich 2 Monate vormittags bei einem Süßwarenladen und gleichzeitig nachmittags + Samstags komplett bei einem Elektronikmarkt in der Reklamation. Nach den 2 Monaten wurde ich in der Reklamation bis zu meinem Lehrbeginn als Vollzeit-Aushilfskraft eingestellt. Dieser Job hatte mir viel Spaß gemacht, auch wenn das Fernseher rum tragen nicht zu den angenehmen Dingen zählte. Jedoch war es immer sehr interessant, da in einer Reklamation natürlich alle Schichten und Arten von Menschen auftauchen. Ich lernte dort wie man am Besten mit Menschen umgeht und konnte mir selbst beweisen, dass ich auch in schwierigen Jobs durchhalte.

In dieser Zeit begann meine erste längere ernsthafte Beziehung mit einem 12 Jahre älteren Mann aus Frankfurt. Am Anfang war alles wunderschön und ich war glücklich auch wenn es mir schwer fiel eine Wochenendbeziehung zu führen. Wir sahen uns nur alle 2 bis 3 Wochen. Jedoch wurde diese Beziehung zum Bild dessen, was ich nie wieder erleben möchte. Eigentlich war er ein friedlicher und lustiger Mann auch wenn er trank, behaupteten jedenfalls seine Ex-Freundinnen. Bei mir jedoch wurde er oft laut und aggressiv sobald er was getrunken hatte. Wir stritten sehr viel das letzte Jahr und da auch sehr wenig in sexueller Hinsicht die letzten 2 Jahre lief, bin ich fremdgegangen. Ich fühlte mich einfach nicht mehr als Frau, was ich versuchte durch andere Männer wieder zu fühlen. Dies war ein riesiger Fehler doch ich habe daraus gelernt. Mein schlechtes Gewissen war einfach nicht zum Aushalten und es tat mir aber noch mehr weh, dass ich ab da Geheimnisse vor ihm haben musste. Klar kann man mir mildernde Umstände zu gute halten, dennoch war es falsch. Ich hätte mich nach einem Jahr bereits trennen müssen und nicht 3 1/3 Jahre mit diesem Mann zusammen sein sollen bis er sich trennte. Es würde den Rahmen sprengen Näheres über diese Beziehung zu berichten. Nur soviel sei gesagt: René musste lange an mir und mit mir arbeiten, dass ich aus diesem Loch herauskam und nicht mehr in das Schema verfiel was ich mir in dieser Zeit angeeignet hatte. Es brauchte lange bis ich mich bei René traute im Streit meine Meinung zu sagen und nicht heulend in der Ecke zu sitzen. Aber genug davon.

Anschließend nach der Stelle in der Reklamation begann ich nahtlos meine Lehre zur Versicherungskauffrau bei einem großen Unternehmen. Am Anfang gefiel mir das wirklich gut. Der Job würde mir auch heute noch Spaß machen, wenn ich einen hätte. Ich habe speziell die Richtung Außendienst gewählt, weil mein eigener Herr zu sein mir doch gefällt. Ebenso berate ich sehr gern und treffe gern unterschiedliche Menschen. Leider jedoch war das Thema Mobbing auch in meiner Lehre ein großes Thema. Mein Mitazubi gehörte zu der Sorte Mensch, die der Meinung sind, dass nur sie die besten Menschen sind. Da ich nun mal nicht die Schlankste bin, hat er sich dementsprechend bei anderen Azubis über mich ausgelassen. Auf Seminaren wurde mir dieser Schlag Mensch leider besonders gut bekannt. Bis auf wenige Ausnahmen würde ich heute behaupten wollen, dass die meisten Versicherungskaufleute Schleimer, Großkotze und arrogante Möchtegerns sind. Auf diesen Seminaren wurde immer viel gefeiert und da ich kaum mal Alkohol trinke, konnte ich diesen Saufgelagen nie etwas abgewinnen. War wohl einfach zu nüchtern für so was…. Dementsprechend war ich unten durch bei den Kollegen, welches man mir auch deutlich zeigte. Ich verbrachte die Abende meist allein auf meinem Zimmer. Bis auf 2 Seminare. Beim ersten handelte es sich nur um eine Feier und nicht wirklich um ein richtiges Seminar. Man trennte dazu alle Azubis jeder Stadt voneinander und brachte sie mit anderen aus anderen Städten in unterschiedlichen Hotels unter. Von den Leuten in meinem Hotel kannte ich bisher keinen und hatte wundervolle 3 Tage. Leider ist die Azubine die dann sogar in meiner Stadt lernte (ohne dass ich es vorher wusste) mittlerweile verstorben. Sie war die einzige Azubine mit der ich wirklich gut auskam. Wir haben über alles geredet und sehr oft die Pausen miteinander verbracht, was nicht immer leicht war, da wir verschiedenen Geschäftsstellen hatten, die jedoch sehr nah beieinander lagen. Es ist schade, dass sie so jung gegen den Krebs verlor, sie war wirklich eine nette Mädel.

Das 2. Seminar wo es anders lief als gewohnt, war das letzte Seminar überhaupt. Ich lernte im Raucherraum eine Gruppe von Männern zwischen 20 und 50 Jahren kennen, die dort ein Betriebsratsseminar abhielten. Diese Männer waren wirklich klasse. Ich habe viel gelacht und Spaß gehabt. Meinen Kollegen habe ich in der Freizeit den Rücken gekehrt. Jedoch war auch bei diesem Seminar das Mobbing am Stärksten. Als ich nachts zu meinem Zimmer kam lag eine Tüte vor meiner Tür mit gammeligen Obst, benutzten Tampons und einer Banane mit Zettel dran: "Damit Du auch mal etwas Großes hast…"  und all solche Dinge. Ebenso wurden mitten in der Nacht Klingelstreiche gemacht und von bissigen Bemerkungen mal gar nicht zu sprechen…. Das traf mich alles zwar aber ich hab mich mit den Männern des Betriebsrates dennoch amüsiert. Diese haben mir geholfen das Mobbing besser wegzustecken.

In der Berufsschule erging es mir insgesamt auch nicht besser. Es gab zwar immerhin 3 bis 5 Personen mit denen ich halbwegs klarkam und die Pausen verbrachte, jedoch blieb ich insgesamt gesehen doch die Außenseiterin. Und das ich, als normalerweise wirklich kontaktfreudige Person, die im normalen Umfeld keine Schwierigkeiten hat mit anderen Menschen auszukommen. Es waren eben auch alles nur Versicherungskaufleute und mein Mit-Azubi denk ich wird sein übriges dazu getan haben. Die Berufsschule war für mich eine Quälerei, da ich nun wirklich nicht gern mit Leuten zusammen bin, die ich nicht ausstehen kann und die mich nicht ausstehen können.

Anfang 2002 wurde ich wieder krank, so dass mein Chef meinte, ich würde die Lehre ja eh nicht packen. Ich litt an einer Verengung der Atemwege um genau zu sein durch meine Dauererkältungen waren meine Nasenschleimhäute dauernd angeschwollen und ich fand keinen Schlaf welches Erschöpfung hervorrief. Klar wenn man jede halbe Stunde wach wird und einen trockenen Hals hat und kaum atmen kann, kein Wunder…. Bis dieses jedoch herausgefunden wurde, das dauerte und meine Fehlzeiten im dritten Lehrjahr waren wirklich nicht schön. Ich schlug mich jedoch durch und bestand meine Lehre mit insgesamt 3. Im Fachwissen 2, ReWe knapp an der 3 vorbei ne 4, BWL ne 3 und Mündlich sogar mit 1. Den Blick meines Chefs als ich ihm meine mündliche Note an den Kopf warf, werd ich nie vergessen. *gggg* Natürlich wurde ich nicht übernommen aufgrund der Fehlzeiten, aber das störte mich nicht. Ich hatte mittlerweile meinen Schatz René im Internet kennen gelernt und die Umzugskisten waren schon gepackt.

So zog ich also 2002 nach Bedburg bei Köln. Nach halbjähriger Arbeitslosigkeit fand ich dann auch in Köln direkt einen Job als Versicherungskauffrau im Außendienst. Dort war ich 1 Jahr tätig. Man ließ meinen Vertrag trotz guter Leistungen auslaufen aufgrund des Internets. Ja ihr lest richtig. Ich hatte mir eine Arbeits-HP gebastelt wo ich meine Adresse, das Unternehmen wo ich tätig war und mein Arbeitsgebiet vorstellte. Auf meinen privaten Pages hatte ich einen Banner zu dieser Arbeits-HP gelinkt. In der Hauptverwaltung dieser Gesellschaft muss jemand Langeweile gehabt haben. Jemand aus dem Vorstand war der Überzeugung, dass ich Kunden mit dem Namen des Unternehmens per Google auf meine Privat-HP ziehen wolle. Dies war der Grund für die Kündigung. Klar deswegen kann man niemanden kündigen aber man kann eben Verträge auslaufen lassen und plötzlich sind dann gute Verkaufszahlen nur schlecht…. Um zu erklären wie es dazu kam, dass jemand aus dem Vorstand diese Meinung sich bildete. Gab man bei Google den Namen des Unternehmens ein

erschien auf Seite 133 oder so plötzlich ein Link zu meiner Privat-HP und wieso? Weil ich den Banner den ich nutze zu meiner Arbeits-HP wie den Namen des Unternehmens nannte, also Firmaxy.jpg. So hat Google das dann automatisch mit ausgeworfen. Man unterstellte mir jedoch dass ich absichtlich meine Seite bei Google so eingetragen hätte….. Das kommt davon wenn Menschen in hohen Positionen keine Ahnung von PC’s und dem Internet haben und wenn übereifrige Mitarbeiter Langeweile haben.

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Die Krankheit geht weiter…

Nach diesem Jobverlust war ich jedoch nur einen Monat arbeitslos. Ich hatte mich bei meiner alten Firma in einer anderen Geschäftstelle beworben und kam dort unter. Also zogen mein Schatz und ich zurück nach Hannover. Leider war ich nur 3 Monate tätig, da ich dann im April 2004 erkrankte. Ja schon wieder eine Erkrankung. Mir tat tierisch die rechte Hand weh nachdem mein einer Chef mir befahl 40 Anträge mit der Hand vorzuschreiben und 40 Angebote in 3 Versionen zu erstellen und 40 Briefe zu schreiben. Man diagnostisierte Sehnenscheidenentzündung . Nachdem ich 8 Wochen immer noch keine Besserung empfand sondern im Gegenteil auch die linke Hand und der rechte Ellenbogen anfingen zu schmerzen, wechselte ich den Arzt und erhielt die Diagnose Sehnenscheidenentzündung beidseitig und beidseitig Tennisarme . Da ich auch über Nackenschmerzen klagte stellte man fest, dass ich auch noch eine Bandscheibenvorwölbung (Bandscheibenvorfall ) im HWS Bereich habe.

Soweit so gut. Nach 4 Monaten Krankschreibung wurde ich dann von meiner Arbeitsstelle in der Probezeit ohne Angabe eines Grundes gekündigt. Was ich vollkommen verstehen kann. Wäre ich Chef, hätte ich es genauso gemacht. Kurze Zeit später fing die Krankenkasse dann an rumzumeckern und schickte mich zum MDK weil sie nicht mehr zahlen wollten. Der MDK beurteilte jedoch nur die Hand und nicht die neuen Diagnosen die hinzukamen und prompt wurde mir das Geld gestrichen. Bis zur endgültigen Entscheidung vergingen 3 Monate ohne Kohle. Nachdem das durch war ließ ich mich gesund schreiben, weil ich auf den Terror der Krankenkasse keine Lust hatte. In Behandlung bin ich immer noch. Nach und nach durch Massagen gingen die Schmerzen in den Händen und Armen zurück und verstärkten sich dafür im Nacken. Wobei immer noch ab und zu der rechte Ellenbogen und die Hände schmerzen. Jedoch habe ich mittlerweile sehr starke Rückenschmerzen und auch die rechte Hüfte quält mich ab und an. Man stellte daraufhin einen Bandscheibenvorfall im Lendenwirbelbereich fest und 3 abgenutzte Bandscheiben dazu. Ich wurde von Arzt zu Arzt geschickt, wurde geröntgt, gepiekt, 4 mal in die Röhre geschoben und immer wieder massiert. Mit dem Ergebnis: Keines. Nun habe ich noch die Diagnose Wasser in den Beinen und muss täglich Stützstrümpfe bis unters Knie tragen.

Ebenso quälen mich meine Füße. Schon nach kurzen Strecken fangen diese an zu brennen wie Feuer und ich kann keinen Schritt mehr laufen. Das erste Mal trat dieses auf bei einem Seminar im Jahr 2003 wo ich ca. einen halben Tag rum gestanden hatte und am Ende des Tages insgesamt 25 Blasen meine Füße zierten. Ich musste 3 Wochen lang mit bandagierte Füße rumlaufen bzw. zu Anfang kriechen…. Lange Märsche oder sonstiges wo man lange auf den Beinen ist, vermeide ich seitdem. Einen Vorteil hat das Ganze immerhin: Durch das Brennen meiner Füße weiß ich genau, wann ich zuviel auf den Beinen war. Aber das Brennen selbst ist auch oft nicht zum aushalten.

In der Zeit wo das mit meinem Rücken und Armen usw. war, hatten wir auch noch das Pech, dass die Wohnung in die wir gezogen waren, in einem Haus war auf das ein Psychopath es drauf abgesehen hatte. Kurz nach dem Einzug erfuhren wir, dass es bereits mehrere Brandanschläge gab. Um genau zu sein einen auf eine Wohnung wo es missglückte, auf ein Auto welches abfackelte, auf den Keller, der ausbrannte und auf einen Busch vor dem Haus der auch abbrannte. An der Hauswand stand: Ich bring euch alle um. In den Sommermonaten war die Polizei täglich vor Ort. Wir alle im Haus hatten Telefonterror. Bei einer Nachbarin wurde 5 mal eingebrochen und alles verwüstet und bei der anderen Nachbarin sogar mehr als 15 mal, da anscheinend sich der Psychopath einen Schlüssel besorgt hatte wie auch immer ihm das gelang, wahrscheinlich beim Einbruch bei der anderen Nachbarin. Nachdem dann diese eine Nachbarin das Schloss auswechselte damit der Kerl nicht mehr rein kam, hatten wir am nächsten Tag alle Sekundekleber im Wohnungstürschloss. 3 Tage später war es dann die Hauseingangstür und anschließend die Briefkästen und die Wohnungstüren erneut. Wir konnten beobachten, dass ein Kerl mehrmals ums Haus schlich jedoch war er leider immer schneller als wir. Zu allem Überfluss erfuhren wir auch noch dass unsere eine Nachbarin manisch-depressiv war und man musste aufpassen, da sie schon mehrere Nachbarn mit einem Messer bedroht und geschlagen hatte. Nach den Sekundenkleber-Attacken war klar, dass ich ausziehen muss. René und ich hatten das Glück, dass im Haus wo meine Eltern wohnten eine Wohnung frei war. Innerhalb von 3 Wochen waren wir ausgezogen, dank der Hilfe von Freunden und meinen Eltern. Mein Dad kam fast jeden Abend mit dem Anhänger und holte unsere Kisten rüber in die neue Wohnung. Ich konnte zu der Zeit nicht mehr schlafen und hatte jedes Mal Angst wenn wir unsere Wohnung verließen was wieder passiert, wenn wir nicht da sind. So was wünsch ich wirklich keinem durchzumachen. Finanziell war dieses natürlich nicht einfach für uns beide. Innerhalb von 2 Jahren 3 Umzüge sind eben kein Pappenstiel und jeder von uns beiden musste seine Finanzen wieder auf die Reihe bekommen. Nun haben wir jedoch endlich unsere seelische Ruhe wieder gefunden. Zwar wohnen wir nun im Altbau und vieles ist noch zu tun, aber das seelische Gleichgewicht ist wieder da.

Zurück zum beruflichen. Ich hatte mittlerweile 60 Bewerbungen geschrieben jedoch ohne Aussicht auf eine Festanstellung. Auch hatte ich mich dabei in mehreren Branchen beworben. Jedoch mit wenig Erfolg mal ganz abgesehen davon dass ich mich nicht arbeitsfähig fühlte aufgrund der Schmerzen. Ebenso waren auch wieder Erschöpfungszustände da, weil ich nachts vor Schmerzen im Rücken wach wurde (und immer noch werde) und nicht mehr liegen konnte.

Die Diagnose Fibromyalgie wurde im Juli 2005 gestellt und es besteht keine Chance auf Heilung. Die Krankheit beinhaltet zum Beispiel, dass man Schmerz eher wahrnimmt, weil die Schmerzschwelle auf die Dauer gesehen sinke. Wie sagte die Ärztin zu mir: Medizinisches Erklärung für ein Weichei. *gg* Na ja spaßig ist es eigentlich nicht. Wenn Dir jemand auf den Arm drückt, dann ist es eben ein Druckgefühl, bei mir jedoch ist es ein Schmerz. Man muss lernen damit zu leben. Ich kämpfe auch immer wieder mit Magenproblemen, welches auch nicht angenehm ist. Dies gehört zur Fibromyalgie dazu. Ich bekomme schon lange Schmerzmittel   und seit dem 12.07.05 auch Antidepressiva . Man hat festgestellt, dass immerhin bei 40% aller Fibromyalgie Patienten diese Antidepressiva helfen können die Schmerzen zu lindern. Ergo kam ich mir vor wie ein Versuchskaninchen, aber anders als über probieren gibt es keine Möglichkeit herauszufinden, was mir hilft, da Fibro über 140 unterschiedliche Symptome hat und jeder Patient anders auf Behandlungen reagiert.

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Meine Kurerfahrung

Ich hatte von Ende August bis Mitte Oktober 2005 eine 6-wöchige psychosomatische Kur in der Nähe von Kassel bewilligt bekommen. War auch alles wunderbar dort. Nette Leute (zum größten Teil), schöne Umgebung aber geholfen wurde mir dort nicht. Ganz im Gegenteil. Ich bekam durch die Therapeuten und die Ärzte eher das Gefühl, dass man mich und meine Schmerzen nicht wirklich ernst nimmt. Mir wurde gezeigt, wie wenig ich sportlich noch schaffe und dass ich ansonsten bisher alles richtig gemacht habe und fragte mich nur immer: Wieso wird es dann nie besser? Meine Schmerzen haben sich dort noch verschlimmert (hätte nicht gedacht, dass das noch ginge…) und vor allem seelisch fühlte ich mich sehr runter gezogen durch die Kur. Man hat mich daraufhin arbeitsfähig entlassen, was ich absolut nicht verstehen konnte. Ich bin zuhause, wie meine Krankenkasse es mir geraten hat, zu meinem Hausarzt, welcher mich krankschrieb. Sofort den nächsten Tag ging’s ab zu meinem Psycho-Doc. Dieser meinte, er würde mich gar nicht mehr wieder erkennen. Ich war zuvor immer sehr ausgeglichen gewesen und nun hatte ich das Gefühl neben mir zu stehen und zu beobachten wie ich immer unausstehlicher wurde. Ich war gegenüber den Menschen, die mir sehr am Herzen liegen, verbal aggressiv und so war ich vor der Kur nie gewesen. Genauso war ich nie nah am Wasser gebaut doch nach der Kur war das komplett anders. Ich versuchte nach der Kur mein inneres Gleichgewicht wieder in die Reihe zu bekommen, was mir bis zum heutigen Tag immer noch nicht ganz gelungen ist. Mein Gefühlsleben hat sich in eine Achterbahn verwandelt und ich finde einfach nicht den Absprung aus diesem Hoch und Runter.

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Wie ging es weiter in 2006?

Ich kann bis heute keiner Arbeit nachgehen und die Anzahl meiner Bewerbungen steigt immer weiter an. Ich schaffe es noch nicht mal den Haushalt in Ordnung zu halten. Abwaschen, Bügeln, Fenster putzen, Staub wischen, Saugen alles Tätigkeiten, die ich nur mit viel Willen und Zähne zusammen beißen bewältigen kann. Anschließend bekomme ich jedoch von meinem Körper die Quittung dafür. Mittlerweile muss ich von Harz 4 leben und es ist keine Alternative in Aussicht. Meine Schmerzen haben mittlerweile einen schon fast sadistischen Rhythmus angenommen. Im Sommer vertrage ich die Hitze nur schwer und fühle mich schlapp, dafür sind jedoch meine Schmerzen, vor allem in der Hüfte, weniger. Im Winter sind meine Schmerzen sehr stark und ich kann dank meiner Hüfte kaum laufen. Im Winter fühle ich mich oft sehr müde und habe öfters Kopfschmerzen. Ich weiß nicht, was die Zukunft für mich bereit hält, aber ich versuche die Hoffnung nicht aufzugeben.

Es wäre wirklich schön endlich mal einen ganzen Tag ohne Schmerzen verbringen zu können. Einen Tag ohne Medikamente ohne Schmerzmittel ohne Einschränkungen. Das würde ich mir wünschen.

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2007/2008

So langsam beginne ich mich mit der Krankheit zu arrangieren. Im Winter fällt mir immer alles schwerer aber im Sommer gibt es wirklich gute Tage. Im Großen und Ganzen bekomme ich einiges wieder hin und bin gut auf meine momentanen Medikamente eingestellt. Ich lasse mir mein Leben nicht von der Krankheit nehmen, soviel steht zumindest fest. Bisher habe ich immer noch keinen Arbeitgeber gefunden, der mich als Schwerbehinderte einstellt, aber ich gebe die Hoffnung dennoch nicht auf. Ich habe viele Dinge auf die ich stolz bin und bin mit vielen lieben Menschen gesegnet. Trotz meiner Arbeitslosigkeit und trotz meiner Krankheit bin ich reich gesegnet mit Glück im Leben. Sicherlich gibt es immer noch Einbrüche und schwierige Zeiten aber bisher habe ich alle irgendwie immer durch gestanden, was bleibt einem auch übrig oder? Ich versuchte sogar meine Medikamente zu reduzieren, was aber bisher mit schwierigen Schmerzattacken bestraft wurde. Ich versuche es dennoch weiter, irgendwann möchte ich auch ohne Medis auskommen können.

Diesen Sommer habe ich weitestgehend mit wenig Medikamenten überstanden. Jetzt wo jedoch der Winter näher kommt, merke ich wie sich meine Dosierungen wieder erhöhen.

Anfang 2008 hat mich das JobCenter dazu aufgefordert eine Berufsunfähigkeitsrente zu beantragen. Ich hatte nicht wirklich damit gerechnet, dass ich eine bekomme doch nach einem mehr als demütigendem Termin bei einer Gutachterin wurde die Rente bewilligt. Ab Oktober 2008 bis April 2010 werde ich somit erstmal Rentnerin sein. Ende 2009 muss ich dann erneut die Rente beantragen. Wie es dann sein wird, ist natürlich ungewiss. Keiner weiß wie es sich bei mir entwickeln wird. Wirklich Medikamentenfrei bin ich bisher nicht geworden. Es hat einfach nicht geklappt.

Im November verstarb unerwartet mein geliebter Vater. Dies ist ein sehr schwerer Schicksalsschlag für mich gewesen. Mein Vater wollte noch sehr viel vom Leben haben und mit nur 53 Jahren uns schon zu verlassen war mehr als zu früh. Er fehlt mir sehr und ich weiß nicht wie es in nächster Zeit weitergehen wird. Das Leben geht weiter. Die Zeit bleibt nie stehen. Mein Vater fehlt mir sehr und bis zu meinem eigenen Tode werde ich damit leben müssen.

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2009

Mein Bruder hat geheiratet und zog mit seiner Frau in die Wohnung unter mir. Auch sein Sohn Tobias wurde geboren und somit wurde ich Tante.

Am 18. September haben mein Schatz und ich standesamtlich geheiratet und am 19. September kirchlich. Es war für uns eine wundervolle Hochzeit. Es war einfach perfekt und wir haben im Kreise unserer Lieben gefeiert. Einen ausführlichen Hochzeitsbericht findet Ihr auf unserer Liebeswebseite  . Es waren 2 wunderschöne Tage. Wir werden ewig an unsere Hochzeit denken und dabei lächeln. :)

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2010

Meine Rente wurde bis April 2012 verlängert. 2012 wird diese erneut geprüft werden. Ich erreichte das stolze Alter von 30 Jahren. Mein Mann und ich fuhren in unseren Flitterwochen nach Rutar Lido und verlebten dort eine wundervolle Zeit.

Bei meiner Oma wurde Mitte des Jahres Demenz festgestellt und meine Ma und ich übernahmen die Pflege, welche sehr nervenaufreibend ist. Ein immerwährender Lernprozess für uns begann.

Mein Bruder samt Familie zog aus.

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2011

Meine Diabetis wurde schlimmer so dass ich seit März Metformin nehmen muss. 

Stand 03.2011

Mehr über mich findest Du in meinem

Blog

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